Tag: Blutkörperchen

Bildung und Funktion der roten Blutkörperchen (Erythrocyten)

Bildung und Funktion der roten Blutkörperchen

Die Blutbildung der roten Blutkörperchen erfolgt wie das der anderen Blutzellen auch im roten Knochenmark. Beim Erwachsenen geschieht dieses überwiegend in den kurzen und platten Knochen wie dem Brustbein (Sternum) und der Beckenschaufel (Pelvis), außerdem an den Enden von Oberarmknochen (Humerus) und Oberschenkelknochen (Femur). Die Blutbildung beim Embryo erfolgt zunächst im Dottersack, später beim Fetus in Leber (Hepar) und Milz (Splen). Diese Erythrocyten bildenden Gewebe werden auch als hämopoietische Gewebe bezeichnet.

Insgesamt befinden sich fast 180 Millionen Erythrocyten pro Minute in einer Aufbauphase, genauso viele werden in dieser Zeit abgebaut. Innerhalb der Neubildung der Blutzellen lassen sich verschiedene Stadien ausmachen. Zunächst bilden sich durch Zellteilung (Mitose) aus den Stammzellen (Hämozytoblasten), aus denen auch Blutplättchen und Leukocyten hervorgehen, sogenannte Vorläuferzellen (Progenitorzellen).Bildung-der-roten-Blutkörperchen-(Erythrocyten)

Stammzellen bilden sich übrigens ein Leben lang selbstständig nach. Im Falle der Erythrocyten kommt es daraus zu einer Weiterentwicklung der Proerythroblasten, die etwa einen Durchmesser von 15 µm besitzen. Nun entstehen zunächst etwas kleinere Erythroblasten, bei denen eine starke Proteinsynthese einsetzt und die Zelle mit Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff angereichert wird. Der Zellkern wird nach dieser Aktion überflüssig und durch Kontraktionsbewegungen ausgestoßen.

In diesem Stadium, also nach Verlust des Zellkerns, wird die Blutzelle als Retikulozyt bezeichnet. Vom Stadium des Proerythroblasten bis zum Retikulozyten vergehen etwa 4 Tage, in denen insgesamt vier Teilungen vorgenommen werden, so dass aus einem Proerythroblasten insgesamt 16 Retikulozyten gebildet werden, von denen einige allerdings zu Grunde gehen. Aus ihnen entstehen schließlich reife Erythrocyten. Sie können kein Hämoglobin mehr bilden und werden nun aus dem Knochenmark ins Blut abgegeben. Der gesamte Vorgang der Blutzellenreifung wird als Myelopoiese bezeichnet.

Die Funktion der roten Blutkörperchen im Blut besteht nun darin, ihren Blutfarbstoff Hämoglobin zu befördern und damit den daran gebundenen Sauerstoff, der über die Lunge eingeatmet wird, an das Gewebe abzugeben.

Für die Reifung der Erythrocyten ist vor allem der in der Niere (beim Fetus auch die Milz) produzierte Stoff Erythropoeitin ausschlaggebend. Durch dieses Nierenhormon erfolgt insgesamt die Steuerung der Erythrocytenbildung. Liegt der Sauerstoffgehalt im Blut beispielsweise durch größeren Blutverlust niedriger als gewöhnlich, steigt die Erythropoeitin-Bildung und damit die Erythrocytenbildung im Knochenmark. Ist wieder die ausreichende Menge an Erythrocyten vorhanden, senkt sich die Hormonbildung wieder, denn der Sauerstoffbedarf ist wieder ausreichend gedeckt. Auch Eisen, Vitamin B12 und B6 , Folsäure und Kobalt spielen eine Rolle bei der Erythrocytenbildung.

Die Lebensdauer der roten Blutkörperchen liegt bei etwa 120 Tagen. Um zu prüfen, ob sie noch funktionstüchtig sind, durchlaufen sie regelmäßig die Milz, wo sie bei Unbrauchbarkeit zerstört werden bzw. wenn sie noch intakt sind, dem Blutkreislauf wieder zugeführt werden. Ihre Zerstörung und der Abbau erfolgt mit Hilfe von Makrophagen (großen Fresszellen) in der Leber, der Milz und im Knochenmark (Medulla ossium). Bei der Auflösung der roten Blutkörperchen (Hämolyse) wird das freiwerdende Häm in der Leber zu Bilirubin abgebaut und mit der Galle ausgeschieden. Das ebenfalls frei gesetzte Eisen (Fe) wird erneut verwendet.

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Bildung und Funktion der weißen Blutkörperchen (Leukozyten)

Bildung und Funktion der weißen Blutkörperchen

Die weißen Blutkörperchen sind im Gegensatz zu den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sehr viel seltener im Blut enthalten. Im Vergleich zu 4,2 bis 6,2 Millionen (je nach Geschlecht) Erythrozyten pro Kubikmillimeter finden sich lediglich 4000 bis 9000 Leukozyten. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Körperabwehr.

Zu den Leukozyten gehören Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten. Ihre Lebensdauer ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von wenigen Stunden (z.B. basophile Granulozyten) bis zu einigen Jahren (Lymphozyten). Leukozyten besitzen einen Kern und können durch Gefäßwände wandern. Diese Fähigkeit wird als Diapedese bezeichnet. Außerdem können sie Fremd- und Giftstoffe aufnehmen und vernichten (Phagozytose). Das unterscheidet sie von den Erythrozyten.

Genau wie rote Blutkörperchen werden Leukozyten im roten Knochenmark gebildet und gelangen von dort in die Blutbahn. Ausnahme sind die Lymphozyten. Zwar liegen auch hier die Stammzellen im roten Knochenmark, die Weiterentwicklung und Vermehrung dieser erfolgt allerdings in den lymphatischen Organen direkt.

Aus den unreifen Vorstufen, den Stammzellen, entstehen im Knochenmark zunächst sogenannte Myeloblasten, die eine unregelmäßige Form haben. Sie teilen sich (Mitose) und werden zu Promyelozyten, aus denen sich in mehrfachen Teilungen über Myelozyten und Metamyelozyten schließlich verschiedene Arten von Granulozyten und Monozyten bilden.

Die entstandenen Leukozyten nutzen zwar aus dem roten Knochenmark kommend die Blutbahn als Weg zu ihren Bestimmungsorten, aber wirken vor allem im Bindegewebe (Immunabwehr).

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Weiße Blutkörperchen

Weiße Blutkörperchen

Weiße Blutkörperchen

Weiße Blutkörperchen(Leukozyten)

Die Leukozyten bilden einen Teil des menschlichen Abwehrsystems (Immunsystem). Sie haben im Gegensatz zu den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) einen Zellkern (Nukleus) und können sich selbstständig fortbewegen, um an die Stellen des Körpers zu gelangen, an denen sie benötigt werden.

Daher sind sie größtenteils im Bindegewebe, wo sie ihre Aufgabe, Krankheitserreger oder abgestorbenen Körperzellen zu vernichten ausführen, zu finden.

Man unterscheidet drei Arten von Leukozyten: den Granulozyt (Granulocytus), den Lymphozyt (Lymphocytus) und den Monozyt (Monocytus). Sie werden im Knochenmark (Medulla ossium) bzw. in den Lymphknoten (Follikulus lymphaticus) gebildet.

Die Granulozyten stellen mit 60% den größten Teil der Leukozyten dar. Sie werden nochmals unterteilt in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Neutrophile Granulozyten werden auch als kleine Fresszellen (Mikrophagen) bezeichnet, da sie Krankheitserreger bzw. feste Substanzen in sich aufnehmen und mit Hilfe von Enzymen in ihrem Zellleib (Zytoplasma) vernichten können. Bei der Ausführung dieses Vorgangs, der als Phagozytose bezeichnet wird, gehen sie selbst zugrunde und bilden den Eiter.

Eosinophile (Granulocytus acidophilicus) und basophile Granulozyten (Granulocytus basophilicus) sind größtenteils an allergischen Reaktionen im Körper beteiligt oder können Anzeichen für bösartige krankhafte Vorgänge sein.

Ein Großteil der Lymphozyten reift im Thymus heran und wird daher als T-Lymphozyt bezeichnet, die restlichen, im Knochenmark oder der Milz (Splen) gebildeten, werden als B-Lymphozyten bezeichnet. Kommen die B-Lymphozyten mit einem Fremdkörper bzw. mit dessen Giftstoff (Antigen) in Verbindung, beginnen sie mit der Produktion von Abwehrstoffen (Antikörpern). Mit Hilfe dieser Abwehrstoffe werden die Giftstoffe unschädlich gemacht.

In einigen Lymphozyten werden die Merkmale der Giftstoffe gespeichert (Gedächtniszellen), so dass bei einem erneuten Eindringen des Fremdkörpers der gleichen Art schnellstmöglichst Antikörper gebildet werden können. Die T-Lymphozyten unterstützen die Aufgabe der Fresszellen.

Sie heften sich an die Giftstoffe und werden zusammen mit ihnen durch Phagozytose vernichtet.

Lymphozyten befinden sich nur zu etwa einem Zwanzigstel im Blut. Etwa 70% sind in den Lymphgeweben, 10% im Knochenmark und der Rest in anderen Geweben zu finden.

Die Monozyten sind für die Vernichtung von größeren Fremdkörpern durch Phagozytose verantwortlich, daher werden sie auch als große Fresszellen (Makrophagen) bezeichnet.

Sie sind außerdem in der Lage, sich an durch Krankheit geschädigten Stellen in neues Gewebe (Granulationsgewebe) umzuwandeln, um damit eine Heilung einzuleiten.

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Rote Blutkörperchen

Rote Blutkörperchen

Rote Blutkörperchen

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)

Die roten Blutkörperchen (Erythrocyten) sind mit einer Anzahl von 4,5 bis 5,5 Millionen pro Mikroliter Blut die am häufigsten vorkommenden Blutzellen (Haemocyten).

Gebildet werden diese kreisförmigen, von beiden Seiten eingedellten (wulstartiger Rand) Zellen im roten Knochenmark. Von hier schwemmen sie nach der Reifung in den Blutkreislauf. Der Hauptbestandteil der Erythrozyten ist ein rotfarbenes, eisenhaltiges Protein, das Hämoglobin (Hb), welches die Fähigkeit besitzt, Sauerstoff zu binden. Der Anteil des Blutfarbstoffes innerhalb der roten Blutkörperchen liegt bei Frauen um 15g%, bei Männern um 16g%.

Aufgrund ihrer Verformbarkeit können sie den in der Lunge (Pulmo) aufgenommenen Sauerstoff in die feinen Haargefäße (Vas capillare) des Körpers transportieren. Der Sauerstoff wird dort an die Körperzellen abgegeben und somit sauerstoffarmes Blut zur Lunge zurücktransportiert.

Da die Erythrozyten weder Zellkern (Nukleus) noch Zellorganellen besitzen, sind sie nicht teilungsfähig. Nur in der Frühform im Knochenmark besitzen sie einen Kern.

Erythrocyten gehen nach etwa 120 Tagen zugrunde und werden dann in Milz (Splen), Leber (Hepar) oder Knochenmark (Medulla ossium) abgebaut. Das Hämoglobin wird in der Leber zu Bilirubin (rötlichbrauner Gallenfarbstoff) abgebaut.

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