Tag: Wirbelsäule

Bewegungen der Wirbelsäule

Bewegungen der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule (Columna vertebralis), bestehend aus knöchernen Wirbeln (Vertebrae) und Bewegungssegmenten mit Zwischenwirbelscheiben, Zwischenwirbelloch, Wirbelbogengelenken und Bändern, hat verschiedene Aufgaben. Sie wirkt stützend, federnd, schützend und ermöglicht Bewegungen.

Die stützende Aufgabe der Wirbelsäule geschieht vor allem durch die Wirbelkörper. Sie tragen die Körperlast, die von oben nach unten größer wird; daher sind auch die unteren Wirbelkörper größer als die oberen. Die schützende Aufgabe übernehmen vor allem die Wirbelbögen, denn sie umschließen das Rückenmark (Medulla spinalis). Zwischenwirbelscheiben (Discus intervertebrales) wirken federnd bei Erschütterungen und Stauchungen.

Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist von großer Wichtigkeit. Zum einen gibt sie dem Körper Federung, zum anderen kann sie sich an Volumenänderungen im Brust- und Bauchraum anpassen. Diese entstehen durch Atmungsvorgänge, Nahrungsverarbeitung und Schwangerschaft. Auch um das Gleichgewicht zu halten, ist die Wirbelsäule von großer Wichtigkeit, denn sie führt Ausgleichsbewegungen aus, wenn der Mensch steht oder geht. An der aktiven Beweglichkeit der Wirbelsäule sind die Muskeln beteiligt, die an Quer- und Dornfortsätzen der Wirbel entspringen bzw. ansetzen. Unterstützt wird dieses durch elastische Bänder.

Die Hauptbewegungen der Wirbelsäule sind:

  • Vor- und Rückneigung (Inklination und Reklination)
  • Beugung und Streckung (Ventralflexion und Dorsalextension)
  • Neigung zur Seite (Lateralflexion)
  • Drehung (Rotation)

Die größte Beweglichkeit hat die Wirbelsäule in ihrem Halsteil, denn die Halswirbelsäule trägt den Kopf, der mit seinen Sinnesorganen nach allen Seiten beweglich sein muss. Hier treten in der Regel auch die frühesten Abnutzungserscheinungen auf. Bewegungen des Kopfes geschehen vor allem in Gelenken zwischen den beiden oberen Halswirbeln Atlas und Axis (Vor-, Rück- und Seitbewegungen) sowie zwischen Hinterhauptbein (Os occipitale) und erstem Halswirbel (Drehbewegung). Im Brustteil können vor allem Drehbewegungen ausgeführt werden.

Im Lendenteil ist ein Beugen nach vorn, rückwärts und zu den Seiten möglich, eine Drehbewegung nur sehr gering. Was man als Drehbewegung in diesem Teil sieht, geschieht vor allem über das Hüftgelenk (Articulatio coxae) und den unteren Teil der Brustwirbelsäule (Vertebrae thoracicae). Insgesamt ist das Maß der Bewegungen von Mensch zu Mensch unterschiedlich, denn es hängt auch vom Körperbau und von der Dehnfähigkeit der Bänder (Ligamenta) und Muskeln (Musculi) ab.

Mehr info

Bänder der Wirbelsäule

Bänder der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule setzt sich aus verschiedenen Segmenten zusammen. Dazu gehören die einzelnen Wirbel, die kleinen Wirbelbogengelenke, die Zwischenwirbelscheiben, die Muskulatur und verschiedene stabilisierende Bänder.

Das vordere Längsband (Ligamentum longitudinale anterius) zieht an den Vorderflächen der Wirbelkörper breitflächig von der Eingeweideseite des Kreuzbeins (Os sacrum) bis zum Ende des Atlas (Tuberculum anterius atlantis), wo es schmal endet. Es steht in fester Verbindung mit den Wirbelkörpern.

Das hintere Längsband (Ligamentum longitudinale posterius) verläuft an der hinteren Fläche der Wirbelkörper und teilt sich zeitweise in zwei getrennt laufende Schichten. Es zieht bis zum Steißbein und hat Verbindung mit den Rückflächen der Zwischenwirbelscheiben, die damit weitgehend gesichert sind. Diese Bänder haben also einmal die Funktion, die Bewegung zu hemmen und andererseits die Zwischenwirbelscheiben (Discus intervertebralis) zu schützen.

Zur Verbindung zweier benachbarter Wirbelbögen dienen stark elastische Faserbänder (Ligamenta flava). Sie haben durch ihre gitterartig angeordneten Fasern eine gelbliche Farbe. Lediglich die Zwischenlöcher werden frei gelassen (Foramina intervertebralia).

Historische-Zeichnung-der-Bandstrukturen

Historische-Zeichnung-der-Bandstrukturen

In eben solcher Weise spannen sich kurze Bänder zwischen den Querfortsätzen (Ligamenta intertransversaria) und ebenfalls kurze Bänder zwischen den Dornfortsätzen (Ligamenta interspinalia) aus. Eine kontinuierliche Verbindung ergibt sich durch das Ligamentum supraspinale zwischen dem Dornfortsatz des 7. Halswirbels abwärts bis zum Kreuzbein (Os sacrum).

Im Vergleich mit der Rückenmuskulatur ist die Stabilisierung der Wirbelsäule durch Bänder eher gering.

Mehr info