urmenschen-2018
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Die Urmenschen

Ein Vorfahr des Menschen war vermutlich der ”Proconsul“, ein Volk von Affen, das vor 20 Millionen Jahren durch geologische Veränderungen der Erde getrennt wurde.

Die eine Hälfte, die nun im östlichen Afrika einem zunehmend trockenerem Klima ausgesetzt war, begann vom Baum- zum Steppenbewohner zu werden. Auf dem Boden hatte das Laufen auf zwei Beinen Vorteile und gleichzeitig waren die Hände für anderes frei.

Das war vor vier Millionen Jahren.

Ob nur hier oder gleichzeitig auch an anderen Stellen der Erde sich menschenähnliche Wesen entwickelten, die wieder ausstarben oder sich vermischten, hat bis heute kein Forscher eindeutig herausfinden können.

Man kennt aber verschiedene ”Arten“ des Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Zeitaltern.

Der Australopithecus lebte vor ein bis sechs Millionen Jahren in Süd- und Ostafrika. Das lateinische ”austral“ bedeutet südlich.
Diesen noch nicht ganz aufrecht laufenden Menschen gab es in verschiedenen Ausprägungen: Einige hatten starke Kieferknochen und verbreiterte Backenzähne.

Daraus schließt man, dass sie überwiegend harte Pflanzenkost aßen. Der ”grazile“ Typ erjagte sich zusätzliche Nahrung in den licht bewaldeten Savannen und war damit ein Allesesser. Beide benutzen bereits Werkzeuge.

Funde von Australopithecinen machte man bereits im Jahr 1939 im tansanischen Laetoli. 1965 entdeckte B. Patterson im kenyanischen Turkana-Becken Knochen des A. anamensis, 1974 D. Johanson in der äthiopischen Steinwüste das Skelett von ”Lucy“, dem bisher am besten erhaltenem Fund.

”Homo habilis“, der ”Geschickte“, entstand ziemlich sicher aus dem Australopithecus. Sein Gesicht war flacher, die Stirn höher, der Augenwulst zurückgebildet. Gleichzeitig wuchs das Gehirn.

Auch lassen die Funde das Vorhandensein der beiden für die Sprache nötigen Zentren im Gehirn vermuten. Werkzeuge nutzte er offenbar häufiger und in größerer Vielfalt.

Seine Nahrung muss vielfältig gewesen sein. Auch der Bau von Hütten ist bekannt. Er lebte vor etwa 2,1 bis 1,5 Millionen Jahren ebenfalls in Afrika und stellt den Beginn der Steinzeit und damit den ersten eigentlichen Menschen dar.

Nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien fand man einen weiteren Menschentyp: den ”Homo erectus“, den ”Aufrechten“.

Er lebte von vor 1,5 Millionen bis 40 000 Jahren. Trotz eines großen Hirnvolumens war sein Schädel flach und besaß einen Augenwulst. Deshalb wird er auch nicht als Nachfahre des Homo habilis angesehen, sondern entstammt vermutlich einer getrennten Linie.
Er gilt als erster Mensch, der auswanderte. Von seiner Wiege in Afrika aus gelangte er später auch nach Asien und Europa.

Er verfeinerte die Werkzeugtechnik und nutzte bereits Feuer.

Homo erectus ist vermutlich der Vorfahre des modernen Menschen, des Homo sapiens sapiens. Eine andere Entwicklungslinie führte zum Neandertaler, der seinen Namen nach dem Fundort des ersten Schädels dieser vor 125 000 Jahren erstmals auftauchenden Gruppe erhielt.

Er lebte in Europa, Vorder- und Nordasien und musste sich der Würmeiszeit anpassen, die weite Teile seines Siedlungsraumes in Tundra verwandelte.

Er hatte einen ungewöhnlich kräftigen Körperbau, Überaugenwülste und ein fliehendes Kinn. Erlegte Mammuts dienten als Nahrung, Felle, Haut und Knochen wurden zu Kleidung und Behausung weiterverarbeitet. Sein Gehirn und seine Sprachfähigkeit waren so groß wie die des modernen Menschen.

Er kannte bereits religiöse und Begräbniskulte. Ob er mit der einsetzenden Erwärmung vor 30 000 Jahren von Homo sapiens sapiens verdrängt wurde oder sich damit mischte, ist unklar.

Homo sapiens sapiens lebte jedenfalls schon sicher vor 92 000 Jahren im vorderen Orient. In Europa kennt man die ersten Menschen dieses Typs als Cromagnon-Mensch.

Sie waren schlanker und graziler als die Neandertaler und hatten einen etwas kantigen, aber schmalen Schädel. Sie jagten ausgesprochen erfolgreich. Neben Steinen wurden auch Knochen zu Werkzeugen bearbeitet.

Der Urmensch in uns – Faszination Wissen – ganze Sendung

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