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Tuberkulose (Tbc) – Ansteckung / Symptome / Therapie

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Ansteckung / Symptome / Therapie von Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch bestimmte Bakterien aus der Gruppe der Mykobakterien (Mycobacterium tuberculosis) hervorgerufen wird.

Meist ist die Lunge befallen, grundsätzlich können aber alle Organe an Tuberkulose erkranken.

Seit Beginn des Industriezeitalters gehört die Tuberkulose zu den großen Seuchen der Menschheitsgeschichte. Aufgrund der Verbesserung der Lebensverhältnisse einschließlich verbesserten Behandlungsmöglichkeiten wurde die Tuberkulose in Mitteleuropa im vergangenen Jahrhundert stark zurückgedrängt.

Derzeit erkranken in der Bundesrepublik jährlich etwa 18 Personen bezogen auf 100 000 Einwohner; für in Deutschland lebende Ausländer liegt diese Zahl bei etwa 60.

In den Entwicklungsländern beträgt die relative Erkrankungshäufigkeit ca. 200 Fälle pro 100 000 Einwohner. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Weltweit versterben ca. 3 Millionen Menschen pro Jahr an Tuberkulose.

Die Übertragung von Tbc-Bakterien erfolgt vor allem durch Einatmen von Tröpfchen, die mit Tbc-Bakterien infiziert sind (Tröpfcheninfektion). Andere Wege wie über die Milch (bei Rindertuberkulose), über die Haut oder von der werdenden Mutter aufs Kind sind weit seltener.

Hauptinfektionsquelle ist der erkrankte Mensch. Ob und wie schwer man an Tuberkulose erkrankt, ist abhängig von der Zahl und Stärke der Erreger und von der individuellen Abwehrlage. Tatsächlich erkranken nur etwa 3 % der angesteckten Personen.

Besonders gefährdet sind u. a. Säuglinge und Kleinkindern, ältere Menschen und Personen mit schweren Erkrankungen wie Krebs oder AIDS.

Was sind die Symptome

Bei der Erstinfektion mit Tbc-Bakterien kommt es in der Lunge (selten in anderen Organen) zur Ausbildung eines Rundherdes (Tuberkulom), in dessen Zentrum sich zerfallenes Gewebe und Tbc-Bakterien befinden. Von der Infektion mitbetroffen sind auch die zugehörigen Lymphknoten. Dieses erste Stadium der Erkrankung, die sog.

Primärtuberkulose (Primärinfektion), dauert ca. 3-4 Wochen und geht meist unbemerkt vor sich. Gelegentlich bestehen leichte, grippeähnliche Beschwerden. Der weitere Verlauf der Infektion hängt vom Erreger und von der Abwehrlage des Betroffenen ab. Bei einem intakten Immunsystem kommt die Krankheit im allgemeinen durch Abkapselung des Rundherdes zum Stillstand, was dem Organismus eine gewisse Immunität gegenüber weiteren Infektionen verleiht; allerdings ruhen in diesen Herden vermehrungsfähige Tbc-Bakterien.

Früher zog man sich die Primärinfektion meist im Kindesalter zu, heute eher im Jugend- oder Erwachsenenalter.

Zum regelrechten Ausbruch einer Tuberkulose kommt es:

  • wenn sich die Primärtuberkulose weiter ausbreitet, oder
  • wenn – nach Monaten oder Jahren – unter ungünstigen Abwehrbedingungen die Tbc-Bakterien aus einem alten Rundherd zu streuen beginnen (Reaktivierungstuberkulose – häufigste Form der Tbc), oder
  • wenn man sich erneut mit Tbc-Bakterien infiziert.

Eine Tuberkulose verläuft oft schleichend mit Allgemeinsymptomen wie erhöhter Temperatur, Appetitlosigkeit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Bei Lungenbefall besteht trockener Husten, in ausgedehnten Fällen mit Auswurf und Atemnot.

Die Tbc-Bakterien führen zur Einschmelzung von Lungengewebe. Wenn solch untergegangenes Gewebe, in dem sich auch Tbc-Bakterien befinden, über die Bronchien abgehustet werden kann, spricht man von offener Tuberkulose (Gegensatz: geschlossene); es besteht hohe Ansteckungsgefahr.

Ist eine Tuberkulose in anderen Organen lokalisiert, stellen sich dort entsprechende Symptome ein wie Bauchschmerzen bei Darmtuberkulose, Brustschmerz bei Lungenfelltuberkulose, Gelenkschwellung bei tuberkulöser Gelenkentzündung oder Kopfschmerz, Erbrechen, Fieber, Nackensteife und Bewusstseinstrübung bei tuberkulöser Hirnhautentzündung.

Eine besonders schwere Verlaufsform der Tuberkulose ist die Miliartuberkulose. Durch generalisierte Aussaat der Tbc-Bakterien über das Lymph- und Blutsystem kommt es zu miliaren (= Hirsekorn ähnlich) Herden im ganzen Körper. Es besteht hohes, langanhaltendes Fieber und schweres Krankheitsgefühl.

Diagnostik

Zur Diagnosestellung dienen einerseits Röntgenaufnahmen der Lunge (oder anderer Organe), andererseits versucht man den Erreger in Untersuchungsmaterial wie Auswurf, Magensaft oder Nervenwasser direkt nachzuweisen oder auf Gewebekulturen anzuzüchten.

Da Tbc-Bakterien sehr langsam wachsen, erhält man erst in 2-3 Wochen ein Ergebnis. Deshalb wird der Einsatz einer modernen Methode empfohlen, bei der das Erbmaterial der Tbc-Bakterien nachgewiesen wird. Dieser Test (Polymerasekettenreaktion) benötigt etwa 6 Tage, gelingt jedoch nicht immer.

Beim Tuberkulintest (z. B. Tine-Test) werden Tuberkulosepartikel unter die Haut gespritzt. Innerhalb von 2-3 Tagen kommt es zu einer positiven Hautreaktion mit Rötung und Schwellung bei Erkrankten, aber auch bei Geimpften und bei Gesunden mit abgeheilter Primärtuberkulose. Allerdings schließt auch ein negativer Tuberkulintest eine Tuberkuloseerkrankung nicht aus.

Therapie

Zur Behandlung der Tuberkulose stehen sehr wirksame, spezielle Antibiotika zur Verfügung, die als Kombination über 6-9 Monate verabreicht, in fast allen Fällen zur Ausheilung führen. Nur ganz selten ist heutzutage noch eine Operation notwendig. Bei Miliartuberkulose ist es wichtig, möglichst früh und intensiv zu behandeln.

Prophylaxe (Verhütung)

  • Eine Impfung (BCG-Impfstoff) ist möglich, gewährt aber keinen sicheren Schutz. Empfohlen wird sie für Pflegepersonal von Tbc-Kranken und bei Reisen in Länder mit hoher Tbc-Durchseuchung.
  • Den Kontakt mit an offener Tuberkulose Erkrankten meiden, bzw. Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften einhalten; gegebenenfalls werden Antibiotika prophylaktisch eingesetzt.
  • Gesunde Lebensführung stärkt die Abwehrkräfte.
  • Durch Röntgenaufnahmen der Lunge und wiederholte Tuberkulintests kann eine Tuberkulose frühzeitig erkannt und behandelt werden.
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