Wochenbett
Fortpflanzungssystem

Wochenbett: Die ersten Tage nach der Geburt

Während der Schwangerschaft und dem folgenden Geburtsvorgang entstehen gravierende Veränderungen an den Organen des mütterlichen Körpers. Der Zeitraum, der benötigt wird, um die Organe auf das Normalmaß zurückzubilden, wird als Wochenbett bezeichnet.

Die Gebärmutter (Uterus), die am Ende der Schwangerschaft ein Gewicht von etwa 1 kg aufweist, hat nach ca. 4-6 Wochen wieder ihr Normalgewicht von 60 g erreicht.

Innerhalb der Gebärmutter kommt es zur Abheilung der während der Nachgeburtsphase, durch Ablösung des Mutterkuchen (Plazenta) von der Gebärmutterschleimhaut (Tunica mucosa), entstandenen Schäden an den Blutgefäßen.

Die dabei auftretenden Absonderungen werden als Wochenfluß bezeichnet. Dieser ist in den ersten Tagen nach der Geburt noch relativ stark. Er besteht größtenteils aus roten Blutkörperchen (Erythrocyten) und wird daher auch roter Wochenfluß genannt.

Nach etwa drei Tagen nimmt er aufgrund des hohen Anteils von weißen Blutkörperchen (Leukocyten) eine weißliche Farbe an (weißer Wochenfluß). Schließlich, nach ca. einer Woche, wenn die Blutgefäße abgeheilt sind, wird er dünnflüssig (wässriger Wochenfluß). Insgesamt dauert der Wochenfluß etwa 30 Tage.

Die während der Schwangerschaft entstandenen Flüssigkeitsablagerungen im Gewebe des weiblichen Körpers werden durch einen vermehrten Harndrang wieder ausgeschieden. Es kommt zu einer Harnausscheidung von etwa 3 Litern pro Tag (Harnflut).

Der Hormonhaushalt der Mutter verändert sich nach der Geburt grundlegend. Das Hormon Prolactin, das die Milchproduktion in den Milchdrüsen (Glandula mammalia) der Brust (Mamma) anregt, wird vermehrt produziert.

Die Brustdrüsen der Frau geben zunächst etwa 3 Tage die sogenannte Vormilch (Kolostrum) ab, die während der letzten Schwangerschaftsmonate produziert wurde. Diese ist im Vergleich zur anschließend einschießenden Milch fettärmer. Die Milchproduktion erfolgt, solange regelmäßig an der Brust gesaugt wird.

Infolge der körperlichen sowie seelischen Anspannung während der Schwangerschaft und der Geburt können Depressionen auftreten, die aber in den meisten Fällen nur von kurzer Dauer sind.

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