Gelenke (Articulationes)

Um Körperbewegungen ausführen zu können, müssen die einzelnen Knochen untereinander in Verbindung stehen und gegeneinander verschiebbar sein.
Grundlage für diese Beweglichkeit sind die Gelenke (Articulationes). Sie überbrücken einen großen Teil der über 200 Knochen des Skeletts.
Eine Einteilung der Gelenke lässt sich nach dem Umfang ihrer Bewegungsmöglichkeiten vornehmen. Unter diesem Aspekt unterscheidet man zwischen einachsigen, zweiachsigen und drei- bis vielachsigen Gelenken.
Weiterhin unterscheidet man verschiedene Gelenkarten im Hinblick auf das Material, das zwischen die Knochen eingebaut wird.
Handelt es sich dabei um Bandgelenke (Syndesmosen) mit Bindegewebe oder um Knorpelgelenke (Synchondrosen), die sich aus hyalinem Knorpel zusammensetzen, sind die Bewegungsmöglichkeiten eher eingeschränkt. Hier überwiegt die federnde Wirkung. Bei diesen Verbindungen spricht man auch von unechten Gelenken (Synarthrosen).
Bandgelenke verbinden zwei gegeneinander bewegliche Knochen durch Bindegewebe. Es handelt sich also um kontinuierliche Verbindungen. Dieses ist möglich über Bandhaft (Syndesmose), Einzapfung (Gomphosis) oder Naht (Sutura).
Knorpelgelenke verbinden zwei gegeneinander bewegliche Knochen durch Knorpel. Dieses kann durch hyalinen Knorpel als Knorpelhaft bzw. Knorpelfuge (Synchondrosis) oder durch Faserknorpelhaft bzw. Faserknorpelfuge (Symphysis) geschehen.
Gelenke (Articulationes)
Sind größere Bewegungsabläufe notwendig, lässt sich dieses nur über echte Gelenke (Diarthrosen) bewerkstelligen. Diese sind gekennzeichnet durch zwei Knochenenden (Epiphysen), die gemeinsam Gelenkkopf und – pfanne bilden.
Gelenkschmiere (Synovia) setzt die Reibung zwischen den knorpelüberzogenen Gelenkflächen herab. Sie wird in einer Gelenkkapsel (Capsula articularis) gehalten, deren straffes Gewebe das Gelenk zusammenhält. Hinzu kommen bedarfsmäßige Einrichtungen wie Bänder (Ligamenta), Zwischenscheiben (Disci oder Menisci articulares), Gelenklippen (Labra articularia) usw.