Die Weibliche Brust und die Brustdrüse

Die Weibliche Brust (Mamma) und die Brustdrüse (Glandula mammaria)
Die weibliche Brust und die Brustdrüsen, die bei der Frau in enger Beziehung zu den Geschlechtsorganen stehen, sind Bildungen der Haut.
Die Brust liegt in ihrer halbkugeligen Form dem großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major) frei verschieblich auf. Mit ihrer vordersten Vorwölbung, der Brustwarze (Papilla mammaria), befindet sie sich etwa in der Höhe der 4. Rippe. Nach ihrem Sekret wird die Brustdrüse auch als Milchdrüse bezeichnet. Sie wird beim Mann und bei der Frau paarig angelegt, entwickelt sich ab der Pubertät aber unterschiedlich.
Die Brustwarze ist vom Warzenhof (Areola mammae) umgeben. Dieser kann sich im Laufe der Pubertät braun verfärben. Im Bereich der Brustwarze sammeln sich als Ausführungsgänge der Drüsen die Milchgänge (Ductus lactiferi) mit etwa 15-20 Öffnungen (Sinus lactiferi).
Neben dem in der Unterhaut liegenden Drüsengewebe besteht die Brustdrüse aus Fett- und Bindegewebe. Das Bindegewebe gibt der weiblichen Brust den Halt. Mit zunehmendem Alter kann es erschlaffen, die Brust senkt sich dann.
Die Brustdrüse ist eine im Zusammenhang mit der Fortpflanzung der Säuger umgebildete Hautdrüse. Ihre Aktivität liegt in der Stillphase nach einer Schwangerschaft. Sie durchläuft somit von der Geburt an verschiedene Entwicklungsphasen:
In der Kindheit befindet sich die Brustdrüse im Ruhestand. Innerhalb der Pubertät vermehrt sich das Gewebe unter dem Warzenhof. Beim Jungen kommt dieses ‚Wachstum schnell wieder zum Stillstand. Beim Mädchen entwickelt sich die Brust. Während der Schwangerschaft nimmt das Drüsengewebe zu, Fett- und Bindegewebe der Brust wird abgebaut. In der Stillphase sondert nach der Entbindung die Brustdrüse Milch ab (Lactation).
Der Milchfluss wird durch das Saugen des Säuglings ausgelöst. Von der Brustwarze wird ein Reflex an das Zwischenhirn und die Hirnanhangdrüse ausgelöst. Das Hormon Prolaktin wird wirksam und steuert die Milchsekretion.
Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich in den ersten Tagen der Laktation. Neben Fetttröpfchen und Wasser enthält die Muttermilch vor allem Eiweiß und Milchzucker. Die in der Muttermilch enthaltenen Immunkörper können vom Säugling unverändert aufgenommen werden.
Nach der Stillphase bildet sich der Drüsenkörper wieder zurück, das Fettgewebe nimmt wieder zu. Auch während des monatlichen Zyklus der Frau verändert sich die Brustdrüse, jedoch nur in geringem Ausmaß. Die Veränderung wird häufig durch ein Spannungsgefühl in der Brust wahrgenommen.