Bildung und Funktion der Granulozyten

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Bildung und Funktion der Granulozyten
Etwa 60% der weißen Blutkörperchen sind Granulozyten. Ihren Namen erhielten sie wegen der zahlreichen anfärbbaren Körnchen innerhalb ihres Zellleibes, den Granula (lateinisch „granularis“ = körnig). Pro Tag gelangen etwa 100 Milliarden reife Granulozyten aus dem Knochenmark in das Blut. Die Bildung und Entwicklung der Granulozyten aus Stammzellen (Myeloblasten) bezeichnet man als Granulozytopoese. Granulozyten lassen sich je nach Anfärbbarkeit in verschiedene Arten teilen:
Neutrophile Granulozyten, die den Hauptanteil ausmachen (ca.70%), werden auch als Fresszellen (Mikrophagen) bezeichnet, denn ihre Granula können Enzyme freisetzen, mit denen Fremdstoffe oder Krankheitserreger vernichtet werden. Dieser Vorgang, den man als Phagozytose bezeichnet, spielt eine wichtige Rolle in der unspezifischen Immunabwehr. Die Granulozyten selbst überstehen diesen Einsatz meist nicht. Neutrophile Granulozyten werden nach ihrer Zellkernform in segmentkernige und stabkernige unterteilt. Sie verweilen nur etwa sechs bis acht Stunden im Blutkreislauf. Ein großer Teil von ihnen fließt nicht mit dem Blut, sondern sitzt direkt an Gefäßinnenwänden von Lunge, Milz und anderen Organen, um schnell vor Ort mobilisiert zu werden.
Eosinophile Granulozyten sind nur in geringer Zahl im Blut vorhanden. Sie kommen je nach Tageszeit in unterschiedlicher Menge vor. Der Grund dieser Schwankungen liegt in der jeweils veränderten Hormonkonzentration von Cortisol und ACTH begründet. Eosinophile Granulozyten spielen eine Rolle bei der Phagozytose, hauptsächlich der Antigen-Antikörper-Komplexe. Darüber hinaus regen sie die Bildung von Antikörpern an und können diese auch transportieren. Ihre Beteiligung an allergischen Reaktionen besteht darin, das von den basophilen Granulozyten zuviel ausgeschüttete Histamin zu binden und dessen Aktivität zu stoppen (Dämpfung der allergischen Reaktion). In eosinophilen Granulozyten ist die Vorstufe des Plasmin enthalten, einem Enzym, das an der Fibrinolyse (Auflösung von Fibringerinseln im Körper) beteiligt ist.
Basophile Granulozyten besitzen nur bis zu 1% Anteil an allen weißen Blutkörperchen. Sie leben nur wenige Stunden. An ihrer Membranoberfläche befinden sich sogenannte IgE-Rezeptoren (Bezeichnung für Immunglobuline der Klasse E / hautsensibilisierende Antikörper), an die sich körperfremde Stoffe wie beispielsweise Antigene anheften können. Basophile Granulozyten sind also an der Auslösung von Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) beteiligt. Eine wichtige Rolle spielt das in ihren Granula befindliche Histamin, das als Reaktion auf eine Allergie die Gefäße erweitert und die Gefäßdurchlässigkeit steigert. Ebenfalls enthalten ist Heparin, das die Gerinnung hemmt. Sie sind also quasi die Gegenspieler der Thrombozyten.

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