Elektrokardiogramm

Was ist ein Herzschrittmacher? Aufbau, Funktion & Geschichte

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Zur Behebung von Herzfunktionsstörungen wird setzt man heute häufig Herzschrittmacher ein. Der elektrische Schrittmacher (englisch Pacemaker) ist ein kleiner Impulsgeber in der modernen Medizin. Er wird außerhalb des Körpers getragen (extrakorporaler Herzschrittmacher) oder implantiert (intrakorporaler Herzschrittmacher); in der Regel unter der Haut an der rechten seitlichen Brustwand.

Die Impulse werden über Elektroden, die durch die Halsschlagader eingeführt werden, auf das Herz (rechte Herzkammer) übertragen, das entsprechend der Impulsgebung des Gerätes arbeitet. Der Schrittmacher, den heute über eine Million Menschen tragen, dient der Einhaltung und Regulierung der rhythmischen Herzschlagfolge nach Ausfall der physiologischen Reizbildungszentren (Bradykardie).

Aufbau und Funktion

Das runde streichholzschachtelgroße Gerät aus Edelmetall (meist Titan) ist von einem physiologisch neutralen Material umgeben, welches verhindert, dass es vom Körpergewebe des Patienten abgestoßen wird.

Der Schrittmacher besteht aus einem Taktgeber (mit Transistoren arbeitender Multivibrator) zur Reizsteuerung, einem Impulsgeber, Elektroden zur Reizübertragung und einer Lithium-Jod-Batterie, die bis zu zehn Jahren funktionsfähig bleibt.

Heute werden fast nur noch synchronisierte Herzschrittmacher eingesetzt. Diese werden nur dann aktiv, wenn die Eigenfrequenz des Patienten unter die eingestellte Herzschrittmacher-Frequenz (im allgemeinen 70/min) absinkt.

Geschichte

Die Idee zur Verwendung eines Schrittmachers zur Reizung der Herzmuskulatur stammte von dem britischen Chirurgen H. W. Walshe, der diesen Vorschlag bereits im Jahre 1862 diskutierte.

Das erste funktionstüchtige Gerät aber wurde erst siebzig Jahre später von dem amerikanischen Herzspezialisten Albert Salisbury Hyman für den klinischen Bereich entwickelt. Dieser Apparat hatte ein Gesamtgewicht von 7,2 kg. Mit der technischen Entwicklung wurde es möglich, den Umfang des Schrittmachers schließlich so sehr zu reduzieren, dass der Patient ihn ständig in seinem Körper tragen konnte.

Die erste Implantierung erfolgte 1958 durch den schwedischen Chirurgen Aake Senning, der einen von Rune Elmquist konstruierten, elektronisch gesteuerten Schrittmacher verwendete, dessen Batterien noch von außen aufgeladen werden mussten. 1960 begann man damit, Zink-Quecksilber-Batterien zu verwenden, bei denen eine erneute Aufladung nicht mehr notwendig war.

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