Der Sensenmann

n den allegorischen Darstellungen des Mittelalters verkörpert das menschliche Skelett immer wieder den Tod. Wer kennt nicht die düsteren Bilder vom Totentanz, in denen Gevatter Tod vorangeht, die klagende Schar gerade Verstorbener ins Jenseits führend?

Auch in abergläubischen Vorstellungen spielt das Skelett, vor allem der Schädel, eine ganz besondere Rolle: Wikinger nutzten die Schädel von erschlagenen Feinden als Trinkschalen, und die britische Urbevölkerung glaubte, weißes Moos vom Schädel eines Ermordeten habe besondere magische und medizinische Fähigkeiten.

Die christliche Kirche maß den Gebeinen ihrer Heiligen große Bedeutung bei, wie Reliquienschreine heute noch belegen.

Zwar lehren uns saubere, weiße Skelette mittlerweile nicht mehr das Gruseln, sondern die Grundlagen menschlicher Anatomie, doch verfehlen leere Augenhöhlen und grinsende Totenschädel nach wie vor ihre Wirkung nicht, sei es in den Katakomben und Beinhäusern von Kirchen und Klöstern, sei es in den Horrorszenarien einschlägiger Filme der Halloween-Nacht.