blutdruckmeßgerät

Was ist ein Blutdruckmessgerät? Geschichte, Technik und mehr!

Der blutdruck messgerät nach Scipione Riva-Rocci, wie er noch heute eingesetzt wird, erfasst die Blutdruckschwankungen, die durch die Pumptätigkeit des Herzens verursacht werden in indirekter Form.

Dagegen wird bei der direkten Blutdruckmessung der Blutdruck direkt in den Gefäßen gemessen.
Bei der Methode nach Riva-Rocci ergeben sich ein systolischer und ein diastolischer Wert, die jeweils in mm Hg, also Millimeter Quecksilbersäule angegeben werden.

Zur Durchführung der Messung legt man zunächst eine Manschette um den Oberarm (Brachium) des Patienten. Diese wird durch Aufpumpen unter Druck gesetzt, wobei die unter der Manschette liegende Arteria brachialis (Oberarmarterie) abgeschnürt wird. Nun ist der Druck in der Manschette größer als der systolische Druck, es kann kein Blut mehr durch die Arterie strömen.

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Jetzt legt man das Bruststück eines Stethoskopes in der Ellenbeuge oberhalb der Arteria cubitalis. Ist die Oberarmarterie verschlossen, hört man mit dem Stethoskop kein Geräusch. Verringert man nun sehr langsam den Druck in der Manschette, verringert sich auch der Druck auf die Arterie. Lässt man weiter Druck ab, ist bald das Fließen des Blutes in einer immer noch verengten Arterie als sogenanntes Korotkow-Geräusch klopfend im Stethoskop zu hören.

Es entsteht durch den Blutstrom, der bei sinkendem Manschettendruck wieder möglich ist. Beim ersten Klopfgeräusch des Blutes wird der auf dem Manometer (oder der Quecksilbersäule) erkennbare Wert abgelesen.

Dieses ist der systolische oder obere Druckwert. Wird der Manschettendruck weiter verringert, kann das Blut wieder ungehindert durch die Arterie fließen. Das Geräusch verschwindet und der diastolische oder untere Wert kann abgelesen werden.

Die Genauigkeit der Blutdruckmessmethode in dieser Form ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie der Stärke des Oberarms, Empfindlichkeit des Verstärkers im Stethoskop, Hörfähigkeit des Messenden und Tempo der Druckablassung.

Als normalen Blutdruck bezeichnet man den systolischen Druck bei 100 plus Lebensalter, den diastolischen Druck bei etwa 80 bis 90 mm Hg. Diese Werte liegen bei Kindern und Jugendlichen bis zum 14. Lebensjahr etwas niedriger.

Bei erhöhtem Blutdruck spricht man von Hypertonie, bei erniedrigtem Blutdruck von Hypotonie.

Die Geschichte

Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein war es nur möglich, den Blutdruck festzustellen, wenn man Röhren in die großen Körperarterien einführte. Für Menschen kam diese Methode nicht infrage, sie wurde eher bei Experimenten an Tieren eingesetzt. Früheste Geräte für den Menschen waren Pulsmesser im Laufe des 19.

Jahrhunderts, bei denen der Druck der Speichenarterie des Handgelenkes gemessen wurde, den man aufwenden musste, um den Pulsschlag zu unterdrücken (Karl Vierordt).

Im Jahre 1896 beschrieb der italienische Assistenzarzt Scipione Riva Rocci (1863-1937) erstmals eine einfache Methode, den Blutdruck zu bestimmen. Sein Gerät, der ”Sphygmomanometer (griech.-latein: sphygmos= Puls, manus= Hand, metron= Maß), bestand aus einem Fahrradschlauch, den er als Oberarmmanschette einsetzte, einem Ballon aus Gummi zum Aufblasen der Manschette sowie einem Quecksilbermanometer.

Damit konnte der Druck in der Armarterie (Arteria brachialis) gemessen werden. Durch Betasten der Pulsader an der Handwurzel (Pulsus radialis) konnte der systolische (steigende) Druck gemessen werden.

Die von Riva Rocci angewandte Methode wurde verbessert durch einen russischen Militärarzt namens Nikolai S. Korotkow, der ein Stethoskop zur Blutdruckbestimmung einsetzte. Damit konnten die ”Korotkowschen Töne“ der Armarterie in der Ellenbeuge bestimmt werden.

So wurde beim allmählichen Ablassen der Luft in der Manschette der bei Herzkontraktion entstehende systolische Wert und der in der Erschlaffungsphase des Herzens entstehende diastolische Wert ermittelt.

Noch heute hat diese Kombination aus Riva-Roccis und Korotkows Erfindung Gültigkeit.