Wirbelsäule

Was ist lymphdrainage?

Mit Hilfe der Lymphgefäße wird Wasser aus dem Gewebe abtransportiert und in die Blutgefäße zurückgebracht. Wenn das Lymphsystem in seiner Funktion gestört ist, staut sich das Körperwasser im Gewebe und es kommt zu Schwellungen (Ödemen).

Das Therapiekonzept der Lymphdrainage hat zum Ziel, das gestörte Gleichgewicht zwischen der Menge von Gewebewasser und der Leistungsfähigkeit der Lymphbahnen wiederherzustellen. Gleichzeitig soll das Immunsystem angeregt werden.

Die Lymphdrainage gehört, wie die Klassische Massage und die Bindegewebsmassage, zu den manuellen Therapieformen.

Philosophie / Entstehungsgeschichte

Die manuelle Lymphdrainage wurde vom dänischen Physiotherapeuten Emil Vodder entwickelt. Er arbeitete vor rund 50 Jahren in Cannes (Südfrankreich) in einem Institut für physikalische Therapie. Dort beobachtete er, dass Kurpatienten mit chronischen Erkältungskrankheiten oft stark geschwollene Lymphknoten am Hals aufwiesen.

Vodder massierte – entgegen der damaligen Lehrmeinung – die vergrößerten Halslymphknoten eines jungen Mannes mit vorsichtigen Dreh- und Pumpbewegungen. Der junge Mann wurde gesund. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelte Vodder die manuelle Lymphdrainage.

Technik der Lymphdrainage

Mit Hilfe der Lymphdrainage sollen die Lymphgefäße dazu angeregt werden, überschüssige Gewebsflüssigkeit abzutransportieren. Um dies zu erreichen, wird bei der Lymphdrainage mit sanftem Druck das Unterhautgewebe massiert. Hierfür stehen verschiedene Griffe zur Verfügung:

  • Kreisbewegungen
  • Pumpgriffe mit Hilfe von Daumen und Finger
  • sogenannte Schröpfgriffe
  • Drehgriffe, bei denen die Haut gegen die Unterhaut verschoben wird

Wie kann die Lymphdrainage eingesetzt werden

Die Lymphdrainage eignet sich vor allem für Beschwerden, bei denen es zu Stauungen (Ödemen) von Lymphe oder Wasser im Gewebe kommt, zum Beispiel:

  • Lymphödeme
  • Ödeme bei rheumatischen Erkrankungen
  • Schwellungen nach Verletzungen

Außerdem wird die Lymphdrainage bei folgenden Erkrankungen regelmäßig angewandt:

  • Atemwegserkrankungen mit starker Verschleimung
  • Nervenschmerzen
  • Bestimmte Formen der Migräne

Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen

Bei einer sorgfältigen und vorsichtigen Anwendung der Lymphdrainage muss nicht mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Allerdings sind die folgenden Anwendungseinschränkungen einzuhalten:

  • Akute Entzündungen
  • Akute allergische Reaktionen
  • Herzschwäche
  • Wasseransammlungen in den Beinen aufgrund einer Herzerkrankung
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Zustand nach einem Blutgerinnsel in den Venen

Bei Lymphstauungen nach einer Krebsbehandlung sollte vorgängig der Arzt befragt werden. Bessern sich die Beschwerden nicht oder tritt eine Verschlechterung auf, sollte der Arzt aufgesucht werden.

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Ein Kommentar

  1. Die MLD regt die Lymphangiomotorik reflektorisch an. Nicht Wasser wird aus dem Gewebe entfernt, sondern sich stauende Proteine, die an Wassermoleküle gebunden sind, deshalb entwickelt sich (Fibrosierung) allmählich – oft erst über Jahre – dichteres, „echtes“ neues (Binde-)Gewebe, auch von außen nicht in Erscheinung tretend im Körperinnern, das immer schwieriger entfernt werden kann! Die MLD, im med.-therapeutischen Gebrauch also eine manuelle Enteiweißung (Deproteinierung) ist mit anschließender Kompressionsbandagierung, wenn sich weder die Lymphangiomotorik verbessert hat noch Anastomosen (neue Abflusswege über natürliche Entsorgungsgrenzen der einzelnen Körperregionen) entstanden sind, meist zu gering wirksam, weil die Ödemflüssigkeit nach der MLD relativ rasch wieder ansteigt… Grifftechnik: Stehende Kreise, Pumpgriffe, Schöpfgriffe, Drehgriffe, Sondergriffe. Normale Druckstärke nach dem Motto „Ich berühre, will aber zugleich nicht berühren!“ Anormale Druckstärke: Stehender Ödemgriff mit maximaler Kraft > Gefahr: Zerstörung der „Schwingenden Zipfel“ (ähnlich der Venenklappen) im Lymphgefäß, allerdings sind diese bei extremen Lymphödemen meist eh physiologisch unwirksam, sprich bereits defekt…

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