Schädel

Schuppen Haare

Was da beim einen mehr, beim anderen weniger auf die Schultern rieselt, sind alte Hautzellen. Sie wandern an die Oberfläche, verhornen und ballen sich zu Schuppen zusammen. Dieser normale Prozeß kann krankhaft gesteigert sein und geht bei trockener Seborrhoe mit Entzündungen und Juckreiz, bei der Schuppenflechte sogar mit Schmerzen einher.
Schuppen
Lichtmikroskopische Aufnahme, Kopfhaut mit HaarwurzelnHautzellen können sich ein Leben lang teilen. Nach durchschnittlich 27 Tagen hat sich die Oberfläche eines Menschen auf diese Weise sozusagen rundumerneuert. Was aber tun mit alten Zellen? Sie wandern an die Oberfläche, verhornen und werden abgestoßen. Die mikroskopisch kleinen Gebilde haften aneinander, verklumpen so und bilden schließlich die weißlichen Schuppen. Beim Gesunden reicht das Waschen, sie zu entfernen.
Anti Schuppen gesteigert
schwerer Fall von fettigem HaarKranke Kopfhaut produziert mitunter solche Mengen an Schuppen, daß mann/frau mit Waschen gar nicht mehr nachkäme. Sie bleiben auf der Haut und verursachen Juckreiz, vom wenig schönen Anblick ganz zu schweigen. Vermutlich sind mikroskopisch kleine Entzündungsherde die Ursache.
Dort reifen die Hornzellen nur unvollständig aus und werden verfrüht in großen Zellverbänden abgestoßen. Weil dabei die Epidermis dünner wird, ist die Kopfhaut zudem empfindlicher und kann jucken.
Die Therapie einer – laut ärztlicher Diagnose – krankhaften Schuppenbildung sucht zum einen das Ablösen der Schuppen, zum anderen deren krankhafte Überproduktion zu stoppen. Ersteres bekämpfen flüssige Mittel, die beispielsweise Salizylsäure oder Schwefelverbindungen enthalten. Bei sehr trockener Schuppenbildung nimmt man Selendisulfid, das gegen beide Probleme hilft.
Der mehr als 100 Jahre medizinisch genutzte Steinkohlenteer wird mittlerweile als gesundheitsgefährdend eingeschätzt und nicht mehr verwendet.
Seborrhoe
Die Dermatophyten, Erreger von Haut-, Haar- und Nagelmykosen Bei dieser Erkrankung läßt sich nicht mehr von kleinen Entzündungen sprechen. Vielmehr sind flächige und gerötete Herde eine Plage, weil sie unangenehm jucken und die Haut dort stark abschuppt. Betroffen sind Partien mit vielen Talgdrüsen, also die Kopf- und Gesichtshaut sowie Bereiche über dem Brustbein.
Vermutlich ist dort die Produktion von Talg sowie seine Zusammensetzung verändert. Von Natur aus auf der Haut vorkommende Hefepilze, die sich vom Talg ernähren, finden dann eine bessere Lebensgrundlage, breiten sich aus und lösen die Entzündungsreaktion aus. Medikamentös sucht man die zu stoppen und den Pilz zu bekämpfen.
Schuppenflechte
Haar mit Wurzel, ausgerissen, REM colorSchuppenflechte, im Fachjargon Psoriasis, befällt in 90 Prozent der Fälle die Kopfhaut (Psoriasis vulgaris, in Deutschland etwa eineinhalb Millionen Patienten), seltener Gelenke, und geht mitunter auch mit eitrigen Pusteln einher. In den befallenen Bereichen erfolgt die Zellteilung sechs- bis neunmal so schnell, so daß die an die Oberfläche wandernden Zellen keine Zeit haben, ausreichend zu verhornen. Es bildet sich eine massive Verdickung und die oberen Hautschichten schuppen verstärkt ab.
Die Haut wird rauh und kann Feuchtigkeit und Fett nicht mehr ausreichend zurückhalten. Auch der Säureschutzmantel ist gestört, so daß Bakterien und Pilze leichter eindringen können. Die Krankheit prägt sich individuell sehr verschieden aus. Man unterscheidet auch zwei verschiedene Formen der Psoriasis vulgaris, von denen die erste 60 bis 70 Prozent der Fälle ausmacht und erstmals zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr auftritt, der seltenere Typ hingegen zwischen dem 35. und 60.
Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Schuppenflechte eine Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem fälschlich die keratinbildenden Stachelzellen der Haut angreift und dabei deren Vermehrung fördert.
Weil zwei von drei Psoriasis-Erkrankungen eine Angina vorausgeht, die durch bestimmte Bakterien verursacht wird, untersuchen Forscher derzeit, ob zwischen den Oberflächen der Hautzellen und denen der Erreger Ähnlichkeiten bestehen: Das Immunsystem würde also im Glauben, erneut mit den Bakterien konfrontiert zu sein, den Angriff auf die Hautzellen einleiten.
Sicher liegt aber auch eine erbliche Veranlagung vor, denn die Schuppenflechte häuft sich im Familienkreis. Sowohl das erste Auftreten wie auch weitere Schübe der Krankheit können zudem durch Streß und seelische Belastungen ausgelöst werden. Doch auch Erkrankungen der Haut, Medikamente, Hormonstörungen, Nahrungsmittel, Diabetes, Übergewicht, Kalziummangel sowie Schadstoffe in der Luft werden als Auslöser gehandelt.
Eine Therapie versucht derzeit vor allem die übermäßige Zellteilung medikamentös auszubremsen. Allerdings haben die meisten Mittel, selbst Teersalben, Nebenwirkungen. Sollte sich die Hypothese der Autoimmunerkrankung bewahrheiten, wird es eines Tages vielleicht ein Medikament geben, das spezielle Zellen des Immunsystems hemmt und so die Ursache der Schuppenflechte behandelt.haare_aha_3

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