Der Mensch
Verdauungsorgane

Die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse liegt quer im Oberbauch hinter dem Magen in Höhe des 2. Lendenwirbels an der Rückfläche des Netzbeutels. An der Vorderfläche wird sie vom Bauchfell (Peritoneum) überkleidet. Sie ist zwischen 14 – 18 cm lang und wiegt etwa 65 – 80 g. Der Kopf (Caput pancreatis) des Pankreas wird halbkreisförmig vom Zwölffingerdarm umschlossen.

Der anschließende Körper (Corpus pancreatis) liegt vor der Wirbelsäule und Aorta bzw. unterer Hohlvene (Vena cava inferior).

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Mit dem Schwanzteil (Cauda pancreatis) reicht er bis zur Milz (Lien / Splen) und zum oberen Pol der linken Niere (Ren). Die Struktur der Pankreas ist durch Drüsenzellen bestimmt, die Drüsenläppchen (Acini) bilden, in kleine Ausführungsgänge münden und sich zum Hauptausführungsgang (Ductus pancreaticus) vereinigen.

Dieser mündet in der Regel zusammen mit dem Hauptgallengang (Ductus choledochus) in den Zwölffingerdarm (Duodenum), bei einem Drittel der Menschen verlaufen diese Gänge getrennt.

Im Körper und besonders im Schwanzteil des Pankreas sind bis 1,5 Millionen kleine ”Inseln“ endokriner Zellen eingelagert. Nach ihrem Entdecker werden sie Langerhans-Inseln genannt. Wegen ihrer Zugehörigkeit zum endokrinen System spricht man auch vom Inselorgan.

Die Zellen der Langerhans-Inseln unterscheiden sich deutlich von exogenen Drüsenzellen der Bauchspeicheldrüse. Durch Bindegewebe wird jede 100-500 µm große Insel von den umliegenden Drüsenzellen abgegrenzt und umfasst durchschnittlich 3000 hormonproduzierende Zellen.

Sie werden durch ein Netz kleinster Haargefäße (Kapillarnetz) mit Blut versorgt. Histochemisch und färbetechnisch werden außerdem im Inselorgan die Zelltypen A-, B- und D-Zellen unterschieden.

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Als exogene Drüse produziert die Bauchspeicheldrüse in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Speisen Verdauungssekrete (Pancreassaft). Täglich werden 1 – 2 Liter Pancreassaft abgesondert.

Mit seinem Bestandteil an Bicarbonat-Ionen wird die Magensäure neutralisiert. Hauptsächlich werden mit dem Pancreassaft Verdauungsenzyme hergestellt, die Eiweiß spalten und bei der Kohlehydrat- und Fettverdauung beteiligt sind. Im Pankreas selbst liegen diese Enzyme in einer inaktiven Vorstufe vor, ihre Aktivität erfolgt erst im Zwölffingerdarm.

Die Langerhans-Inseln als endokrine Drüsen erzeugen hauptsächlich zwei gegeneinander wirkende Hormone. Durch die B-Zellen, die zwei Drittel des Inselorgans ausmachen, wird das Hormon Insulin gebildet. Nach der Nahrungsaufnahme wird im Körper ein Anstieg an Glucose (Traubenzucker) im Blut registriert.

Es kommt zur Ausschüttung von Insulin und die Zellmembranen der Körperzellen werden für Glucose durchlässig. Nicht die gesamte Glucose wird im Körper sofort benötigt und deshalb in Leber und Muskeln als Glycogen (Stärke) gespeichert. Bei erhöhtem Energiebedarf wird Glycogen wieder freigesetzt und in Glucose umgewandelt.

Durch die A-Zellen wird das Hormon Glucagon immer dann an das Blut abgegeben, wenn der Zuckergehalt im Blut zu weit abgesunken ist. Die Umwandlung von Stärke wird gebremst, gespeicherte Stärke wird zurück in Zucker verwandelt.

Bei Insulinmangel kann der Zucker im Gewebe nicht richtig verarbeitet werden, der Blutzuckerspiegel steigt. Hält diese Stoffwechselstörung an, führt sie zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Die Bauchspeicheldrüse

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