Mundspeicheldrüsen

Mundspeicheldrüsen (Glandulae salivariae)

Mundspeicheldrüsen gehören zu den exokrinen bzw. sekretorischen Drüsen, denn im Gegensatz zu endokrinen Drüsen geben sie ihr Sekret über einen Ausführungsgang nach außen ab. Dieses geschieht in der Schleimhaut von Lippen, Wangen, Gaumen (Palatum) und Zunge (Lingua).
In die Mundhöhle (Cavitas oris) münden große und kleine Speicheldrüsen. Zu den großen Speicheldrüsen gehört die Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis). Sie liegt auf dem Muskel, der Unterkiefer und Zungenbein verbindet (Musculus mylohyoideus), also unterhalb der Zunge. Ihre Länge beträgt etwa 3-4 cm. Diese Drüse setzt sich aus zahlreichen kleinen Drüsen (Glandulae sublinguales minores) und einer Hauptdrüse (Glandula sublingualis major) zusammen. Der Schleim, den sie absondert, besteht vor allem aus zähflüssigen Anteilen, dessen Transport durch die Kürze ihrer Ausführungsgänge erleichtert wird.
Die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) liegt in einer Nische dicht unterhalb des Unterkiefers und umgibt den hinteren Rand des Mundbodenmuskels (Musculus mylohyoideus). Ihr Ausführungsgang (Ductus submandibularis) ist 5-6 cm lang. Er mündet auf einer kleinen Fleischwarze aus lockerem Bindegewebe und Gefäßen unterhalb der Zungenspitze (Caruncula sublingualis). Die Unterkieferspeicheldrüse ist eine gemischte Drüse. Sie sondert sowohl Schleim als auch Enzymspeichel ab.
Die Ohrspeicheldrüse (Glandulae parotidea), auch Parotis genannt, ist die größte Mundspeicheldrüse. Sie liegt zwischen dem äußeren Gehörgang, dem aufsteigenden Unterkieferast und dem Kopfdreher (Musculus masseter).Ihr Ausführungsgang (Ductus parotideus) ist etwa 5-6 cm lang und durchsetzt den Wangenmuskel (Musculus buccinator). In der Höhe des zweiten oberen Mahlzahnes mündet die Drüse in die Mundhöhle auf einer kleinen Erhebung in der Wangenschleimhaut (Papilla parotidea).
Zuvor hat sie sich mit dem Ausführungsgang der Unterzungenspeicheldrüse vereinigt. Der Speichel der Ohrspeicheldrüse ist eher dünnflüssig (seröse Drüse). Er enthält vor allem das stärkespaltende Enzym Ptyalin. Entzündungen der Drüse lassen sie anschwellen und hart werden. Zu den bekanntesten Krankheiten gehört der Ziegenpeter (Mumps), eine ansteckende Virusinfektion.
Neben den großen Speicheldrüsen finden sich kleine Speicheldrüsen in der Schleimhaut von Wangen, Zunge, Gaumen und der Innenseite der Lippen.
Täglich gelangen an die 1,7 Liter Speichel in den Mund. Speichel setzt sich aus Wasser, Schleim (Mucin) und Mineralstoffen (Salzen) zusammen. Außerdem finden wir in ihm das Verdauungsenzym Amylase. Das Enzym beginnt mit der Verdauung von Kohlehydraten. Andere Enzyme kommen bei der Mundreinigung zum Einsatz, sie wirken antibakteriell. Hier ist vor allem das Enzym Lysozym zu nennen.
In erster Linie bereitet der Speichel die Nahrung für den Schluckvorgang vor. Er hält die Mundhöhle feucht, durchweicht die Nahrung und macht sie breiig. Weil das Geschmacksorgan der Zunge nur auf flüssige Substanzen anspricht, kann man die vom Speichel durchsetzte Nahrung schmecken.
Die Zusammensetzung des Speichels ist abhängig von der Zusammensetzung der Nahrung. Trockene Nahrung löst stärkeren Speichelfluss aus als flüssige. Die Steuerung des Speichelflusses ist an das autonome Nervensystem gebunden. 24 Stunden lang werden laufend kleine Speichelmengen abgesondert.
Auf besondere Reize hin wird die Speichelbildung erhöht oder gesenkt. Schon der Gedanke an bestimmte Speisen (Zitrone) kann verstärkten Speichelfluss auslösen. Lage, Größe und unterschiedlicher histologischer Aufbau der Speicheldrüsen bewirken die Absonderung von verschieden zusammengesetztem Speichel.
[amazon_omakase size=“600×520″ locale=“DE“ ad_logo=“show“ ad_product_images=“show“ ad_link_target=“same“ ad_price=“all“ ad_border=“show“ ad_discount=“add“ color_border=“000000″ color_background=“FFFFFF“ color_text=“000000″ color_link=“3399FF“ color_price=“990000″ color_logo=“CC6600″ /]

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen