Endoskop – Funktion, Anwendung, Gebrauch

Das Endoskop ist ein medizinisches Instrument mit Spiegelvorrichtung und elektrischer Lichtquelle zur visuellen und unmittelbaren inneren Untersuchung von Hohlorganen und Körperhöhlen. Dazu sind Lichtkanäle mit Vergrößerungslinsen bzw. Prismen, ein Sichtkanal sowie ein weiterer Kanal zum Einbringen von chirurgischen Instrumenten (z. B. für Gewebeentnahme) in einem Schlauch enthalten.

Die Endoskopie

Mit dem diagnostischen Verfahren der Endoskopie (von griechisch endon = drinnen und skopein = schauen), welches auch die Möglichkeit eines gleichzeitigen operativen Eingriffs gestattet, entstanden unterschiedliche endoskopische Instrumente.

Diese ermöglichen heute im Bereich der sogenannten sanften Chirurgie (Schlüsselloch-Chirurgie) das Operieren mit relativ kleinen Schnitten.

Prinzip der Endoskopie

In der Endoskopie macht man sich die Tatsache zu Nutze, dass Licht bricht und reflektiert. Es kommen sehr dünne Fasern zum Einsatz, die in ihrem Kern Glas mit hoher optischer Brechkraft haben und in ihrer Umhüllung aus weniger lichtleitendem Glas bestehen. Wird nun ein Lichtstrahl durch diese Fasern geschickt, wird dieser an der Grenze der beiden unterschiedlichen Glasschichten total reflektiert und verläuft weiter beginnend von der Lichtquelle bis zum Ende der Glasfasern.

Durch Linsen verstärkt kann dieser von einer Kamera aufgezeichnet oder vom Auge wahrgenommen werden. Die Endoskopie ist für den Patienten eine relativ ungefährliche Methode.

Aufbau und Funktion

Das flexible Endoskop besteht aus einer langen, biegsamen Röhre, die an einem Bedienungsgriff befestigt ist. Bei der minimal invasiven Chirurgie (MIC) – der „Schlüsselloch-Chirurgie“ – wird diese Sonde durch die Körperöffnungen eingeschoben und mittels einer Handsteuerung an das jeweilige Ziel gebracht.

Mit einer miniaturisierten elektronischen Videokamera, die neben einer Lichtquelle (Niedervoltlampe oder optische Faser) integriert ist, lässt sich der sondierte Bereich in einer zwanzigfachen Vergrößerung auf einem angeschlossenen Monitor sichtbar machen.

In einem parallel angeordneten Kanal (oder durch die anderen Öffnungen im Körper) können alle nötigen Instrumente wie Scheren, Biopsiezangen (für die Entnahme von Gewebeproben), Klammern, Schabgeräte u. ä. eingeführt und für eine Operation gesteuert werden. Ein Versorgungskanal ermöglicht ferner die Luft- und Wasserzufuhr, um den Operationsbereich zu säubern.

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Nachstehend die verschiedenen endoskopischen Instrumente in der medizinischen Praxis:

  • Das Amnioskop, welches durch die Scheide in den Gebärmutterhals eingeführt wird, dient der Betrachtung des Fruchtwassers und der Eihülle.
  • Mit dem Bronchoskop ist eine Untersuchung des Kehlkopfbereichs und der Luftröhrenäste möglich; es wird in örtlicher Betäubung oder Narkose durch den Mund eingeführt.
  • Das Enteroskop dient der Betrachtung des Magen-Darm-Traktes, das Gastroskop der des Mageninneren.
  • Für die direkte Untersuchung des Dickdarms wird das Koloskop benutzt
  • Mit dem Kolposkop wird das Scheideninnere (Scheidenschleimhaut) untersucht.
  • Das Laparoskop, ein optisches Gerät zur Untersuchung der Bauchhöhle, wird in örtlicher Betäubung durch die Bauchdecke eingeführt.
  • Die Untersuchung der Speiseröhre erfolgt durch das Ösophagoskop.
  • Ein Rektoskop ermöglicht die Mastdarmspiegelung.
  • Mit dem Thorakoskop (operativ eingeführt) wird die Brusthöhle ausgeleuchtet.
  • Das Urethroskop ermöglicht die Spiegelung der Harnröhre, das Urethrozystoskop die Spiegelung der Harnblase.

Geschichte Endoskop

Die Idee der Endoskopie stammt aus dem Jahre 1805. Zu jener Zeit baute der deutsche Arzt Philipp Bozzini zu Diagnosezwecken seine sogenannte „laterna magica in corpore humano“, die es ihm erlaubte, mittels eines Rohres menschliche Körperhöhlen zu betrachten. Diese Idee wurde 1877 von Karl Friedrich Nitze aufgegriffen, der das Instrument mit Teilen eines Mikroskops wesentlich verbesserte.

Karl-Friedrich-Nitze

Bis in die fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts bestanden sämtliche Endoskope im wesentlichen aus einem steifen Rohr, welches eine Reihe von Linsen und eine Kaltlichtquelle enthielt.

Mit der Entwicklung des Faseroptik-Endoskops, mit dem der Arzt erstmals „um die Ecke“ sehen konnte, leisteten der amerikanische Mediziner Basil Hirschowitz und die Physiker Lawrence Curtis und C. Willbur Peters im Jahr 1957 einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Endoskopie.

Das mit gebündelten und biegsamen Lichtleitfasern ausgestattete Instrument macht die Betrachtung enger Kanäle und Höhlen des menschlichen Körpers möglich, die sonst unzugänglich sind.