Vegetatives Nervensystem

Störungen im Verdauungsablauf

Innerhalb des Verdauungssystems kann es zu unterschiedlichen Störungen kommen. Hierzu gehört das Erbrechen, ein Schutzreflex des Körpers. Hierbei wird der Mageninhalt stoßweise über die Speiseröhre nach außen abgegeben.

Auslöser für Erbrechen können besondere Reize sein. Dazu gehören Giftstoffe, unangenehme Gerüche oder Vorstellungen, starke Magendehnung durch Überfüllung oder übermäßigen Alkoholgenuss. Aber auch die Berührung der Rachenschleimhaut oder Schwindel (Störung des Gleichgewichtsorgans) führen zum Brechreiz.

Das Brechzentrum, das dabei aktiviert wird, liegt im verlängerten Rückenmark (Medulla oblongata) im Bereich der Formatio reticularis (zwischen der Olive und dem Tractus solitarius). Gleichzeitig kommt es zu einer starken Erregung des parasympathischen Anteils im Nervensystem.

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Erbrechen kündigt sich an mit Übelkeit, Blässe, Schweißausbrüchen, vermehrtem Speichelfluss und Pupillenerweiterung. Die Aktivierung des Brechzentrums setzt gleichzeitig verschiedene Muskelgruppen in Aktion. Während des Erbrechens wird das Zwerchfell (Diaphragma) in Inspirationsstellung (Einatmung) gehalten.

Der Kehlkopf (Larynx) schließt sich wie beim Schlucken. Die Bauchmuskeln ziehen sich rasch zusammen. Dadurch wird der Druck im Bauchraum erhöht.

Magen
Magen

Gleichzeitig kontrahiert sich der Zwölffingerdarm (Duodenum), der Magenausgang schließt sich mehr oder weniger und der Mageneingang erschlafft, so dass der Mageninhalt durch den hohen entstehenden Magendruck in die Speiseröhre (Oesophagus) gepresst wird.

Nun öffnet sich der obere Schließmuskel der Speiseröhre, der weiche Gaumen (Palatum molle) hebt sich und lässt den Mageninhalt in den Rachenraum gelangen.

Bei Kontakt mit der Rachenwand wird automatisch der Würgreflex ausgelöst.

Länger andauerndes Erbrechen führt zu einem großen Verlust von Flüssigkeit, aber auch von Magensalzsäure.